Call for Papers

Call for Papers für den 4. Band der Schriftenreihe “Sozialwissenschaften und Berufspraxis” bei Springer VS

Call for Papers

Hrsg. BDS- Berufsverband Deutscher Soziologinnen und Soziologen Kreis der Herausgeber*innen: Prof. Dr. Birgit Blättel-Mink, Goethe-Universität Frankfurt am Main (Sprecherin); M.A. Torsten Noack, Stuttgart; Prof. Dr. Corinna Onnen, Universität Vechta; Prof. Dr. Michael Opielka, ISÖ – Institut für Sozialökologie, Siegburg; Dr. Katrin Späte, Universität Münster und BDS; apl. Prof. Dr. Rita Stein-Redent, Universität Vechta

Organisationen in Zeiten der Digitalisierung

Sie ist schon sehr lange kein Neuland mehr, die Digitalisierung. Aus sozialwissenschaftlicher Sicht sind allerdings längst noch nicht alle Veränderungen ausgeleuchtet, die in Organisationen unter dem Begriff „Digitalisierung“ als Innovation subsumiert und seit langer Zeit vollzogen werden oder sich auch erst in Planung befinden. Mit diesem Band möchten wir dazu beitragen diese vielfältigen Prozesse, die einen sozialen Wandel in und durch Organisationen initiieren, sedimentieren und beschleunigen, durch soziologische Analysen abzubilden. Dieser call der Reihe Sozialwissenschaften und Berufspraxis zielt auf das Interesse und die Motivation von Soziolog*innen und Sozialwissenschaftler*innen, die Situationen bzw. Projekte in allen organisational eingebundenen soziologischen beruflichen Praxen im Hinblick auf Digitalisierungsprozesse kritisch zu reflektieren: in Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, in Organisationen des Gesundheitswesens und der Pflege, in Bildungs-, Forschungs- und Beratungseinrichtungen aller Art, in privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen – von der Infrastruktur, Nahrungsmittelproduktion Güterproduktion bis zu Verlagen, Unternehmen im Kontext von Kultur- und Unterhaltungsindustrie, Marketing und Werbung.

Beispielhaft werden hier zur Konkretisierung des Anliegens der Herausgebenden folgende Fragen gestellt:

Mit stärkerem Bezug auf die Interaktionsebene („Mikroebene“):

  • Wie stellen sich Auswirkungen von Digitalisierungsprozessen in den jeweiligen Strukturen, Zielen und Mitgliedschaften für die Organisationsmitglieder oder externe Beobachter*innen dar?
  • Wie reagieren Individuen auf die Veränderung ihrer Arbeitsaufgaben durch den Einsatz von Software und künstlicher Intelligenz? Werden eher Chancen (Utopien), werden eher Risiken (Dystopien) betont?
  • Welche Subversionsstrategien als Widerstand gegen Digitalisierung (als Kontrolle) werden wahrgenommen?
  • In welcher Weise und mit welchen Auswirkungen verändert sich das Verhältnis von organisationaler Mitgliedschaft und persönlicher Lebensführung, z.B. durch home office?

Mit stärkerem Bezug zur Organisation von Digitalisierung („Mesoebene“):

  • Welche strukturellen Anpassungsleistungen an Digitalisierungsprozesse lassen sich in Organisationen beobachten?
  • Wie verändert sich das Grenzstellen- bzw. Schnittstellenmanagement von Organisationen unter Bedingungen der Digitalisierung?
  • Wer sind die Treiber*innen von Digitalisierungsprozessen und mit welchen Ressourcen sind sie seitens der Organisation ausgestattet?

Mit stärkerem Bezug zu strukturellen, gesellschaftspolitischen Aspekten („Makroebene“):

  • Wie verändert die Digitalisierung Berufsbilder, wie wird sich das allgemeine Verständnis von Beruflichkeit entwickeln? Welche Auswirkungen hat dies auf bestehende soziale Ungleichheiten?
  • Wie konform ist „die“ Digitalisierung mit weltgesellschaftspolitisch formulierten Zielen wie Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Sozialverträglichkeit?
  • Welche Positionen vertreten Arbeitnehmer*innenvertretungen, Arbeitgeber*innenvertretungen? Wie agieren diese selbst als Organisationen?
  • Welche Wechselbeziehungen mit welchen anderen Entwicklungen werden als bedeutsam wahrgenommen?
  • Welche neuen Organisationstypen (z.B. Netzwerke) bilden sich durch Digitalisierung heraus?

Folgende Formate sind intendiert:

  • Konzeptionelle oder empirische Hauptbeiträge (20-25 Seiten; 30 bis 40 Tsd. Zeichen)
  • Aus der Praxis der empirischen Forschung (auch für Qualifikationsarbeiten; 12-15 Seiten; 20- 25 Tsd. Zeichen)
  • Von Praxen und Projekten (Berichte aus der soziologischen Praxis; 12-15 Seiten; 20 – 25 Tsd. Zeichen)
    Wir freuen uns auf Ihr Abstract mit Angabe des geplanten Formats (3.000 – 4.000 Zeichen) bis 31. Mai 2020 an Prof. Dr. Rita Stein-Redent – Mailadresse: rita.stein-redent@uni-vechta.de

Die ausgewählten Beiträge sollen bis Ende November 2020 vorliegen. Es ist ein peer review- Verfahren vorgesehen. Die Publikation ist für August 2021 geplant.

Die Reihe Sozialwissenschaften und Berufspraxis wendet sich an Personen mit sozialwissenschaftlichem Hintergrund, die ihre Erkenntnisse im beruflichen Alltag nutzen bzw. selbst an der Genese sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse beteiligt sind. Darüber hinaus wendet sich die Reihe an Personen, die ihre sozialwissenschaftlichen Kenntnisse an Hochschulen oder auch in einem nicht akademischen beruflichen Umfeld erwerben, anwenden oder weitergeben. Veröffentlicht werden in den Sammelbänden, die in der Regel einmal im Jahr erscheinen, sozialwissenschaftlich reflektierte empirische und theoretische Beiträge aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Handlungsfeldern. Damit macht die Reihe Sozialwissenschaften und Berufspraxis da weiter, wo die renommierte wissenschaftliche Fachzeitschrift des BDS gleichen Namens, kurz SuB, Ende 2015 aufgehört hat.

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