Soziologie heute – Ausgabe Oktober 2020

Werte Leserin, werter Leser,

der Herbst hat uns wieder und mit ihm vielleicht mehr Herausforderungen denn je. So mancher unter uns wird es schon leid sein, täglich mit neuen Corona-Informationen konfrontiert zu werden, doch das Virus hält nach wie vor unsere Gesellschaft in Atem und wird große Furchen auf dem Acker unseres Zusammenlebens hinterlassen. Wir wollen dennoch den Fokus auf so manch andere Phänomene richten, Phänomene, die im derzeitigen Corona-Wirbel untergehen, aber an Wichtigkeit keinesfalls hintanstehen.
In dieser Ausgabe finden Sie Beiträge von Horst J. Helle über den Soziologen David Riesman, der sich bereits 1970 mit der Frage befasste, ob die Gesellschaft der USA von Natur aus gewalttätig ist.
Dieter Senghaas befasst sich in seinem Beitrag mit der Deglobalisierung und sieht diese als ein überfälliges Erfordernis, das es mit Blick auf die gesamte Welt differenziert und kontrovers zu diskutieren gilt.
Es ist nicht nur die Corona-Krise, doch vielleicht gerade in dieser tritt eine postmoderne Spezies verstärkt in Erscheinung: der Blockwart. Bernhard Hofer versucht, in einem Gedankenspiel diese Spezies zu hinterfragen.
Der Zusammenhang von Lebensqualität und Natur steht im Fokus des Interviews von Anita Roitner und Alban Knecht mit der Forscherin Claudia Bieling.
In der zweiten Hälte des 20. Jahrhunderts setzte sich die Auffassung durch, dass eine erfolgreiche Verteidigung Österreichs einen umfassenden Sicherheitsansatz benötigt, der vom militärischen, zivilen, wirtschaftlichen und geistigen Bereich getragen werden soll. Erlebt die Geistige Landesverteidigung nun einen Relaunch? Gottfried Reiter begibt sich auf die Spur der Geistigen Landesverteidigung und stellt die Frage: Ist sie ein verstaubtes Relikt aus vergessener Zeit oder Chance für unsere Zukunft?
„Arbeiten auf Distanz“ ist das Gebot der Stunde. Theresa Arnold betrachtet in ihrem Beitrag die mit der Pandemie einhergehenden Veränderungen der Arbeitswelt wie die Trendentwicklung hin zu flexiblen, multilokalen Arbeitsplätzen, die Digitalisierung von Arbeitsprozessen, die Arbeitsgestaltung unter Physical Distancing oder das Führen virtueller Teams und zeigt die arbeitssoziologische Perspektive auf.
Wer war Imogen Seger? Die deutsch-amerikanische Soziologin und Journalistin hat Anfang der 1970er Jahre wohl am meisten dazu beigetragen, das Interesse der Öffentlichkeit auf die Soziologie zu lenken. Ihr Buch „Exakte Geheimnisse.
Knaurs Buch der modernen Soziologie wurde in fünf Sprachen übersetzt und mehr als 100.000mal verkauft. 50 Jahre nach dem Erscheinen widmet Claudia Pass ihren Beitrag dieser „Vorreiterin von soziologie heute“.
Wie aus ehemaligen Soziologiestudenten ein großer Fernsehmoderator wird, das beschreibt Frank Wolfram Wagner in seinem Interview mit Winfried Trenkler.
Neben erbaulichen weiteren Beiträgen finden Sie auch dieses Mal wieder zu Ihrer „Entspannung“ ein kleines soziologie heute-Kreuzworträtsel. Wir wünschen wie immer ein gutes Gelingen und viel Freude beim Schmökern.

Bernhard Hofer    Claudia Pass   Alfred Rammer

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