Manfred Mai

Medienpolitik in der Informationsgesellschaft

2005. 263 S. Br.
ISBN: 3-531-14855-9
VS-Verlag
EUR 29,90

Aus dem Vorwort:

Ein komplexes Phänomen wie die Medien lässt sich nur interdisziplinär erfassen. Wenn man sich des grundsätzlich interdisziplinären und polykontextuellen Charakters der Medien bewusst ist, sind Analysen im Rahmen eines bestimmten Paradigmas durchaus sinnvoll.

Zu den prinzipiellen Problemen einer interdisziplinären Arbeit wie das Fehlen einer gemeinsamen Begriffs- und Methodenbasis kommen die forschungspraktischen Probleme hinzu: Die Medienwissenschaft hat sich weitgehend als Kulturwissenschaft etabliert. Eine umfassende Sicht auf die Medien ist durch die ausschließlich kulturwissenschaftliche Sicht jedoch versperrt. Erkenntnisse über die Medien z. B. aus dem Medienrecht, aus der Medienökonomie oder aus der Medientechnik bleiben in vielen Projekten der Kultur- und Sozialwissenschaft weitgehend unberücksichtigt.

Im vorliegenden Band soll der Versuch unternommen werden, den Blick über den disziplinären Tellerrand etwas weiter zu fassen. Das primäre Interesse der vorliegenden Darstellung gilt im Wesentlichen den handelnden Akteuren und Institutionen der gesellschaftlichen Meso-Ebene wie Rundfunkanstalten, Verlage, Netzbetreiber, Regierungen, Filmproduzenten, Verbände und Aufsichtsorgane: Welche Ziele verfolgen sie jeweils mit welchen Strategien? Welche Konflikte und welche Strukturen kennzeichnen dieses Politikfeld? Es ist eine wichtige Aufgabe der Sozialwissenschaften, die Grundlagen und Strukturen der Medien zu analysieren und ganz in der Tradition er Soziologie die Gesellschaft darüber aufzuklären.

Im vorliegenden Band sind wissenschaftliche Beiträge, die auf konkrete Diskurse in den Sozialwissenschaften Bezug nehmen, ebenso vertreten, wie solche Beiträge, die sich eher auf Fragen der Medienpolitik beziehen. Dabei zeigt sich, dass Medienwissenschaft und Medienpolitik weitgehend voneinander isoliert sind.