Soziale Beziehungen müssen zukünftig stärker im Fokus betrieblicher Präventionsarbeit stehen

BDS

BERUFSVERBAND DEUTSCHER SOZIOLOGINNEN UND SOZIOLOGEN e.V.

PRESSEINFORMATION

„Soziale Beziehungen müssen zukünftig stärker im Fokus betrieblicher Präventionsarbeit stehen“

Auf der XVII. Tagung für angewandte Soziologie des Berufsverbandes deutscher Soziologinnen und Soziologen (BDS) diskutierten vom 7. bis 9. Juni 2013 gut 100 Praxissoziologen in der Universität Münster die Frage, ob Gesundheit individuelles Schicksal oder gemeinschaftliche Verantwortung bedeutet.

Laut der Beschreibung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlich-geistigen und sozialen Wohlbefindens und als einen wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens – und nicht als vorrangiges Lebensziel zu verstehen.

Ausgehend von einem solchen Verständnis von Gesundheit diskutierten die Experten die Konsequenzen und Herausforderungen aus sozialwissenschaftlicher Perspektive. Im Focus stand unter anderem die Arbeitswelt mit rechtlichen Rahmenbedingungen, wirtschaftlichen Interessen von Unternehmen und dem Erhalt der Arbeitskraft sowie dem Selbstverwirklichungsanliegen von Mitarbeitern.

„Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ist kein Synonym für Sicherheitsschuhe oder rückengrechte Bürostühle. Soziale Beziehungen müssen zukünftig stärker im Fokus betrieblicher Präventionsarbeit stehen“, so Bernd Vonhoff, Vorsitzender des BDS, zu einer der Botschaften der Tagung.
Gesunde soziale Beziehungen in der Arbeitswelt sind nicht als Anti-Mobbing-Programm oder Burn-Out- Prävention zu verstehen. Gesunde soziale Beziehungen befähigen den Menschen in seinem beruflichen wie auch privaten Umfeld schädliche Einflüsse konstruktiv zu kommunizieren und zu bearbeiten, ebenso bilden sie die Grundlage für ein gesundheitszugewandtes Klima.

Somit kann und soll die Verantwortung nach Auffassung der Experten nicht isoliert bei jedem Individuum für sich selbst liegen, sondern ist ein Konzept für das grundlegende Miteinander in unserer Gesellschaft – eine Gemeinschaftsaufgabe an der alle zur Teilhabe aufgefordert sind.

Eine Methode aus betrieblicher Sicht ist beispielsweise die Nutzung des sozialwissenschaftlichen COPSOQ- Fragebogen (Copenhagen Psychosocial Questionnaire). Es handelt sich dabei um ein Instrument zur Erfassung psychischer Belastungen, das als Startpunkt etwa für ein betriebliches Gesundheitsmanagement genutzt werden kann. Mit seiner Unterstützung lassen sich Beanspruchungen erfassen und bewerten, um sie reduzieren zu können.

Herr Dr. Josef Hilbert vom IAT in Gelsenkirchen hat in seinem Vortag berichtet, dass die Gesundheitswirtschaft aufgrund unserer demographischen Entwicklung nicht nur DER Zukunftsmarkt ist, sondern in Deutschland ja mit den Dienstleistungen einen riesigen Arbeitsmarkt darstellt. Besondere Arbeitsfelder für SoziologInnen sind dabei die Kommunikation zwischen neuer Technologie und AnwerderInnen zu untersuchen bzw. zu verbessern.

Mit weiteren Beiträgen aus den Bereichen Gesundheits- und Sozialberichterstattung und Planung, aus der Resilienzforschung oder auch aus der Versorgungsforschung bot die Tagung exemplarische Ausschnitte aus der Vielfältigkeit von Wissenschaft und Praxis. Ebenso gewährt sie exemplarische Einblicke in die Vielfältigkeit von deren Lösungsangeboten.

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Gemeinsam ist ihnen die Identität der sozialwissenschaftlichen Ausbildung, ihrer theoretischen Basis und Fachmethodik.

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Grenzüberschreitende Zusammenarbeit erfolgreich gestalten
Herausgegeben von Andrea D. Bührmann, Matthias Horwitz, Sabine Schlippenbach und Dorothea Stein- Bergman
Verlag Springer Gabler – ISBN 978-3,658-01261-8 – EUR 39,99
Erscheint voraussichtlich am 14. Juli 2013.

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